Road Movies

Road Movies

Ein Motor springt an. Ein letzter Blick in den Rückspiegel. Voraus die Straße, flirrend in der Hitze, bis zum Horizont. Felder, Fabriken, Umspannwerke ziehen vorbei – es ist eines der ältesten Motive des Kinos: Bewegung als Freiheit, die Straße als Versprechen, das Auto als Gefährte.

Das nö theater nähert sich diesen Versprechen auf zwei Wegen gleichzeitig: dokumentarisch und poetisch, faktisch und verträumt. Es geht um das Auto – um seine Herkunft, was es verspricht, was es verlangt. Road Movies stellt die Realität einer Industrie im Umbruch – leerstehende Werkshallen, hunderttausend gefährdete Arbeitsplätze, eine Branche auf der Suche nach ihrer eigenen Richtung – neben die Bilder eines Filmgenres, das von genau diesem Zustand schon immer erzählt hat: Bewegung als Fluchtpunkt, die Straße als Selbstsuche, das Ankommen als offene Frage.

Was bleibt von diesen Bildern, wenn die Motoren verstummen? Wahre Freiheit, so scheint es, findet nur noch im Roadmovie statt: wilde Verfolgungsjagden, brachiale Blechschäden, quietschende Reifen – der Sprung über die Klippe.

Ein Theaterabend zwischen Kinomythos und Autokrise, zwischen dem Traum von der offenen Straße und der Frage, was von ihm geblieben ist – und vielleicht ist die Klippe nur der Anfang: also Vollgas in die Utopie, oder wenigstens bis zur nächsten Ampel.

Schauspiel: Lucia Schulz, Felix Höfner, Asim Odobaŝić, Michelle Wiesemes

Musik: Philipp Ullrich

Regie: Janosch Roloff

Dramaturgie: Stefan Rogge

Licht und Technik: Chiara Tess-Krogull

Kostüm: Marie-Theres Jestädt

Video: Moritz Spang

Produktionsleitung: Asta Nechajute

Assistenz: Julia Knorst

Fotografie: Stefan Rogge

Grafik: Jule Schacht

Musikalische Unterstützung: Ulrike Bauer

Gefördert durchKulturamt der Stadt Köln, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, Förderverein nö theater e.V.